Wie alles begann

Bald ist es soweit. „Miär zwei“ kehren der Schweiz den Rücken zu und machen uns auf, Neues zu entdecken. Dabei wollen wir nicht nur unsere Surf-Skills verbessern, neue Kulturen kennen lernen und unsere Seele baumeln lassen. Es geht uns auch darum, uns mal auf das wirklich Wichtige im Leben zu konzentrieren.

Manchmal muss mal loslassen und aus der Komfort-Zone ausbrechen, um offen und unvoreingenommen zu sein und seinem Herzenswunsch auf die Spur zu kommen.

Wenn jemand wirklich wissen möchte, warum er hier ist, muss er die Antwort selbst herausfinden.

John Strelecky.

Vor ca. einem halben Jahr hat uns Remo’s Mutter ein paar sehr spannende Bücher von John Strelecky ausgeliehen. Sie wusste wohl bereits damals, dass diese Bücher unsere Sicht auf das Leben prägen würden.

Strelecky’s Werke sind nämlich mehr als nur Romane, es sind wirkliche „Augenöffner“. Er spricht darin vom „Sinn des Lebens“, von den „Big Five for Life“ und anderen inspirierenden Konzepten. Gerade das Buch „Das Café am Rande der Welt“ regt dazu an, sich einmal selber die entscheidenden Fragen zu stellen:

  • Warum bist du hier?
  • Hast du Angst vor dem Tod?
  • Führst du ein erfülltes Leben?

Uns haben die Bücher sehr bewegt. Denn wenn man es einmal gehört bzw. gelesen hat, macht irgendwie alles Sinn. Viele Menschen arbeiten ihr Leben lang, um sich dann als Pensionierte ihren Traum zu erfüllen. Doch wer weiss schon, was morgen oder in 10 Jahren sein wird? Also lebt man ständig in der Angst, das Leben könnte zu Ende sein, bevor man sich den Traum erfüllen kann. Warum also mit dem „Leben“ warten?

Gross träumen erlaubt

Das war der Punkt, an dem wir uns erlaubten, gross zu träumen. Wir erlaubten uns, einfach mal „hinzuhören“, wonach uns eigentlich gerade ist. Leben wir wirklich das Leben, das wir möchten? Ein Leben, das uns erfüllt? Ein Leben mit Aufgaben, die uns Spass machen? Gibt es etwas, was wir schon immer tun wollten, uns aber der Mut, die Zeit oder das Geld fehlte?

Es fiel uns wie Schuppen von den Augen: Wir beide haben schon immer davon geträumt, mit einem Bus Europa zu erkundigen, mit leichtem Gepäck zu reisen und unserer Nase zu folgen. Seit knapp vier Jahren besitzen wir einen Bus ‒ ein Mercedes-Vito-Powerpaket. Wir nennen in „Pete“ und sind mega glücklich mit unserer „98er-Spasskiste“.

Unser Pete

Mit Pete können wir einfach mal die Taschen packen, einsteigen und losfahren. Auch spontan. Man hat alles dabei, was man braucht. Matrazen zum Übernachten, eine kleine Küche mit Gasherd, Kühlschrank und Geschirr. That’s it. Und was man nicht dabei hat, braucht man eigentlich auch gar nicht.

Bisher konnten wir uns leider noch nie länger als zwei Wochen Zeit nehmen, um mit Pete neue Gegenden unsicher zu machen. Das wollen wir nun ändern.

Ein paar Monate wären schon cool

Am Anfang sprachen wir von 4-5 Monaten, in denen wir neue, spannende Plätze auf dieser Welt entdecken wollten. Doch wir beide wollten diese Auszeit auch dazu nutzen, herauszufinden, was wir wirklich in unserem Leben erreichen möchten. Macht es dann Sinn, in das gleiche, gewohnte Umfeld zurückzukehren, obwohl sich bei uns vielleicht so einiges verändert hat?

Nein, auch wenn wir nach der Reise vielleicht wieder in der gleichen Gegend eine Wohnung suchen würden oder am gleichen Ort arbeiten, wollten wir uns doch diese Unabhängigkeit gönnen. Und ab da war uns bewusst: Wir wollen unsere Zelte in der Schweiz abbrechen und unabhängig auf die Reise gehen. Man weiss ja schliesslich nie, wo man landet und welche Möglichkeiten sich einem dort bieten!

Zum Glück haben wir sehr liebe Eltern, die uns bei unserem Abenteuer unterstützen und bei denen wir auch jederzeit wieder Unterschlupf finden werden. Und das Tüpfli auf dem i: Sogar unsere Möbel dürfen wir bei ihnen einstellen, bis wir wieder zurück sind.

Wir lösen also unsere Wohnung auf. Ein weiterer grosser Schritt, der viele kleine und grosse Aufgaben mit sich zieht. Doch dafür sparen wir die Wohnungsmiete, können unabhängig entscheiden und diesen Anlass nutzen, unseren sieben Sachen auf den Zahn zu fühlen. Was brauchen wir den wirklich, um zu leben? Die Kiste, die seit dem Umzug (vor 5 Jahren) verschlossen im Keller steht, bestimmt nicht. 😉

Vom Winde verweht

Als ich vor fünf Jahren ein halbes Jahr in der Welt unterwegs war, wollte ich möglichst viele schöne Orte zu sehen, tolle Menschen kennen lernen und einfach das meiste aus meiner Reise herauszuholen. 3 Tage da, Flug nach dort, 3 Tage da, Busfahrt nach dort, 4 Tage da. So ist das Reisen aber sehr anstrengend. Dazu kommt, dass man die vielen Eindrücke oft gar nicht verarbeiten kann.

Und trotzdem wollte ich zu Beginn unserer Reiseplanung wiederum möglichst viele Länder auf die Liste packen. Warum? Ich dachte wahrscheinlich, dass ich irgendetwas verpassen würde.

Remo hat mich dann zurück auf den Boden geholt.

„Willst du das wirklich? Von Ort zu Ort jagen und möglichst viele Sehenswürdigkeiten abackern?“

Ich schluckte einmal leer und musste mir eingestehen: Nein, das war es nicht. Ich wollte zwar neue Orte sehen, jedoch das Leben vor Ort „erleben“. Es wurde mir klar, dass ich lieber länger an einem Ort oder in einem Land bleibe, mich dafür richtig darauf einlasse, die Kultur kennen lerne und in diese Welt „eintauche“.

Wann geht’s los?

Damit wir einige Monate ohne fixes Einkommen über die Runden kommen, war und bewusst, dass wir mindestens bis im Frühling 2020 noch ein paar „Batzen“ sparen mussten. Sich einen solchen Traum zu erfüllen hat natürlich finanzielle Konsequenzen. Andere sparen für eine pompöse Hochzeit oder ein Eigenheim – bei uns sieht es halt etwas anders aus 😉

Auf unserer Liste von Dingen, die wir während unserer Reise erleben möchten steht Surfen sehr weit oben. Wir beide surfen schon einige Jahre. Leider konnten wir uns für dieses „Hobby“ nur jeweils 1-2 Wochen pro Jahr Zeit nehmen. Um wirklich einen Schritt weiter zu kommen, wollen wir uns aber mindestens ein paar Wochen Zeit nehmen bzw. geben, um uns intensiv mit Wellen, Wasser und Surfboards auseinander zu setzen.

Surfen im Februar und März? Da kommt wahrscheinlich vielen Leute zuerst einmal Australien in den Sinn. Da waren wir aber beide bereits. Und obwohl es uns gefallen hat, wollten wir etwas anderes sehen.

In Europa ist es zu dieser Jahreszeit ziemlich brrrr kalt zum Surfen. Die Reise weiter hinausschieben wollten wir nicht. Daher schoben wir unserer „Pete-Vanlife-Reise“ einen „Surf-Urlaub“ vor und entschieden uns, zu Beginn unseres Abenteuers 2-3 Monate ohne Pete dafür mit Rucksack unterwegs zu sein.

Wie wärs mit Taiwan?

Remo kam plötzlich mit dem Vorschlag: Taiwan. Mir war nicht mal bewusst, wo genau auf der Weltkarte ich diesen Flecken Erde suchen sollte. Doch die Bilder, die Google bei der Suche ausspuckte, liessen mein Herz höher schlagen. Grüne Landschaften, Hügel und Berge, wunderbare Strände zum Surfen, eine spannende Kultur, eine neue Sprache. Wir waren beide sofort Feuer und Flamme.

Wunderbare Aussicht – Taiwan

Taiwan ist gemäss Aussagen verschiedener Freunde, aber auch diverser Surfer-Blogs, ein Paradies für Surfer. Ein Land, dass noch nicht von Touristen überschwemmt ist. Ein Geheimtipp für Surfer – von Anfänger bis Profi.

Wir hatten unser erstes Reiseziel gefunden. Die beste Reisezeit für Taiwan ist im Frühling oder im Herbst. Die beste Surfzeit für Big Waves und starken Swell sei von November bis März. Der Swell flacht nachher im April-Mai etwas ab. Für uns Intermediate-Surfer passt das somit prima. Wir sind gespannt.

Und daaaann?

Da im Sommer im Osten dann die Taifun-Zeit startet und wir ja auch noch einige Wochen oder Monate mit Pete unterwegs sein möchten, entschieden wir uns, nur diese eine Destination in Asien zu machen und dann (vorübergehend) in die Schweiz zurückzukehren. In 2-3 Wochen werden wir Pete packen, Freunde und Familie besuchen, den Schweizer Sommer geniessen und dann geht’s ab in den Norden.

Vor allem Norwegen hat es uns angetan. Diese Fjorde, diese Landschaft, die Seen, Wälder, Flüsse, das Meer. Das wollten wir unbedingt sehen. Da schlägt auch Remo’s Fischerherz höher. Der Norden muss ein wahres Fischer-Paradies sein. Aber auch zum Wandern und Biken hat der Norden einiges zu bieten.

Fjordlandschaft – Norwegen

Nun haben wir zwei Destinationen gefunden, die uns wie magisch anziehen. Wer weiss, was in den nächsten paar Monaten noch passiert. Vielleicht stellen wir den Reiseplan nochmals völlig um.

Das Wunderbare mit Pete ist ja, dass wir auch unterwegs noch total spontan reagieren können. Treffen wir auf eine andere, spannende Gegend? Dann machen wir es uns dort gemütlich und geniessen ein paar Tage/Wochen/Monate vor Ort. Bestimmt macht es grossen Spass, die eigenen Pläne völlig über den Haufen zu werfen 😉

Das Abenteuer kann losgehen.

Wie wir unser Abenteuer planen und was uns dabei bewegt, erfahrt ihr in den nächsten Blogbeiträgen.

1 Kommentar zu „Wie alles begann

  1. Günter Schocher 21. Februar 2020 — 11:59

    Ich wünsche Euch viel Glück, viel Spass und mega tolle Erlebnise

    Gefällt mir

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